Frauen leiteten Haushalte, organisierten Vorräte und stellten Textilien her, die zugleich Alltagsbedarf und wertvolle Handelsware waren. Auf einem Hof war diese Arbeit wirtschaftlich zentral und keineswegs bloß ein privater Hintergrund männlicher Unternehmungen.
Schriftquellen kennen Erbrecht, Scheidung und Besitzansprüche von Frauen, doch die Regeln unterschieden sich zeitlich und regional. Wohlhabende Frauen konnten erheblichen Einfluss ausüben; arme, abhängige oder versklavte Frauen hatten völlig andere Möglichkeiten.
Gräber liefern Hinweise auf Kleidung, Status und Beziehungen, aber Gegenstände sind keine eindeutigen Berufsabzeichen. Schlüssel werden oft pauschal als Symbol der Hausherrin erklärt, obwohl sie in Frauengräbern seltener sind, als populäre Darstellungen vermuten lassen.
Bewaffnete Frauengräber und einzelne literarische Kriegerinnen verdienen ernsthafte Prüfung. Sie beweisen jedoch weder eine allgemeine Gleichstellung noch flächendeckende weibliche Kampfverbände. Zwischen „Frauen hatten keine Macht“ und „vollständiger Gleichheit“ liegt eine komplexere Geschichte.