Vom Scheren der Schafe bis zum fertigen Segel waren Waschen, Kämmen, Spinnen, Färben und Weben nötig. Textilarbeit beanspruchte enorme Zeit und Können; Stoffe waren deshalb wertvoll, wurden repariert und möglichst lange genutzt.
Archäologische Textilreste sind selten und meist klein. Fibeln, Gürtelteile, Spinnwirtel und Webgewichte ergänzen das Bild, doch vollständige Trachten lassen sich nur vorsichtig rekonstruieren. Region, Jahrhundert und sozialer Stand machten einen großen Unterschied.
Leinen und Wolle dominierten, während Seide und aufwendige Borten Zugang zu Fernhandel und Wohlstand anzeigen konnten. Farben waren vielfältiger als das Klischee brauner, grober Kleidung, aber nicht jeder Mensch trug jederzeit leuchtend gefärbte Festkleidung.
Schmiede, Holzhandwerker, Knochenschnitzer und spezialisierte Werkstätten produzierten Geräte, Schmuck und Reparaturen. Handwerkliches Wissen lässt sich durch Werkzeugspuren und Experimente erforschen; eine Rekonstruktion bleibt trotzdem ein überprüfbarer Versuch, kein direktes Fenster in die Vergangenheit.