Name und Lautwerte
Maðr ist ein historisch überlieferter Name der Rune und bezeichnet Mensch. Das Zeichen konnte im Jüngeren Futhark die Lautwerte /m/ abdecken.
Die Reduktion von 24 auf 16 Zeichen bedeutete, dass mehrere verschiedene Laute mit derselben Rune geschrieben wurden. Die richtige Lesung ergibt sich deshalb aus Wortschatz, Grammatik und Inschriftzusammenhang.
Historisk användning
Jüngere Runen dienten vor allem zum Schreiben: auf Gedenksteinen, Alltagsgegenständen, Eigentumsmarken und kurzen Mitteilungen. Magische Inschriften existieren, machen aber nicht jede Rune zu einem eigenständigen Zauberzeichen.
Die nordischen Runengedichte
Das norwegische und das isländische Runengedicht kommentieren tatsächlich die 16 Runen des Jüngeren Futhark. Sie wurden allerdings erst in mittelalterlichen Handschriften bewahrt und können voneinander abweichende Bilder überliefern.
Die Strophen betonen Sterblichkeit, Erde und soziale Abhängigkeit. Das moderne autonome „Selbst“ trifft ihren Schwerpunkt nur teilweise.
Moderne Deutung
Heutige Praxis kann Maðr als Symbolfeld für „Mensch“ verwenden. Eine solche Reflexion ist modern; die Runengedichte liefern Bilder und Merksätze, aber kein vollständig überliefertes System für das Ziehen einzelner Orakelsteine.
Runengedichte im Original
Old Norwegian
Norwegisches Runengedicht
Maðr er moldar auki; mikil er græip á hauki.Der Mensch ist die Vermehrung der Erde; groß ist der Griff des Habichts.
Sinngemäße Arbeitsübersetzung. Die zweite Zeile ist häufig eine eigenständige gnomenhafte Aussage; ein direkter Bedeutungszusammenhang mit der Rune darf nicht vorausgesetzt werden.
Old Icelandic
Isländisches Runengedicht
Maðr er manns gaman ok moldar auki ok skipa skreytir.Der Mensch ist des Menschen Freude, Vermehrer des Staubes und Zierde der Schiffe.
„Vermehrer des Staubes“ verweist auf die Sterblichkeit und Bestattung; „Zierde der Schiffe“ auf Menschen als Besatzung.