Jüngeres Futhark

Lögr

Lögr bezeichnet in den überlieferten Runennamen Wasser. Der Lautwert ist /l/.

Runensystem
Jüngeres Futhark
Zeitraum
ca. 700–1100 n. Chr.
Position
15
Lautwert
/l/
Aktualisiert
Historisch belegt

Name und Lautwerte

Lögr ist ein historisch überlieferter Name der Rune und bezeichnet Wasser oder Gewässer. Das Zeichen konnte im Jüngeren Futhark die Lautwerte /l/ abdecken.

Die Reduktion von 24 auf 16 Zeichen bedeutete, dass mehrere verschiedene Laute mit derselben Rune geschrieben wurden. Die richtige Lesung ergibt sich deshalb aus Wortschatz, Grammatik und Inschriftzusammenhang.

Historisch belegt

Historisk användning

Jüngere Runen dienten vor allem zum Schreiben: auf Gedenksteinen, Alltagsgegenständen, Eigentumsmarken und kurzen Mitteilungen. Magische Inschriften existieren, machen aber nicht jede Rune zu einem eigenständigen Zauberzeichen.

Historisch belegt

Die nordischen Runengedichte

Das norwegische und das isländische Runengedicht kommentieren tatsächlich die 16 Runen des Jüngeren Futhark. Sie wurden allerdings erst in mittelalterlichen Handschriften bewahrt und können voneinander abweichende Bilder überliefern.

Wasser erscheint als strömende Kraft und Lebensraum. Intuition und Gefühl sind moderne metaphorische Erweiterungen.

Moderne Tradition

Moderne Deutung

Heutige Praxis kann Lögr als Symbolfeld für „Wasser oder Gewässer“ verwenden. Eine solche Reflexion ist modern; die Runengedichte liefern Bilder und Merksätze, aber kein vollständig überliefertes System für das Ziehen einzelner Orakelsteine.

Historisch belegt

Runengedichte im Original

Old Norwegian

Norwegisches Runengedicht

Lǫgr er, fællr ór fjalle foss; en gull ero nosser.
Übersetzung

Wasser ist ein Wasserfall, der vom Berg fällt; Schmuckstücke sind aus Gold.

Textkritische Einordnung

Sinngemäße Arbeitsübersetzung. Die zweite Zeile ist häufig eine eigenständige gnomenhafte Aussage; ein direkter Bedeutungszusammenhang mit der Rune darf nicht vorausgesetzt werden.

Old Icelandic

Isländisches Runengedicht

Lögr er vellanda vatn ok viðr ketill ok glömmungr grund.
Übersetzung

Wasser ist quellendes Nass, ein weiter Kessel und der Grund des Fisches.

Textkritische Einordnung

Die letzte Wendung ist eine Kenning für das Meer beziehungsweise Wasser als Lebensraum des Fisches.