Der Baum als kosmische Verbindung
Yggdrasill verbindet in eddischen Texten göttliche, menschliche und andere Bereiche. Quellen nennen Wurzeln, Brunnen und Wesen am Baum, stimmen aber nicht in jedem Detail überein.
Wurzeln, Brunnen und Wesen
Die heute verbreitete saubere Karte von „neun Welten“ ist weitgehend eine moderne Systematisierung. Die Texte erwähnen neun Welten, liefern jedoch keine eindeutige, überall gleiche Liste mit festen Positionen.
Die problematischen neun Welten
Hilfreicher ist es, die Kosmologie als Geflecht von Beziehungen zu lesen: innen und außen, Ordnung und Bedrohung, Leben und Verfall. So bleiben Unterschiede zwischen den Überlieferungen sichtbar.
Kosmos als Beziehungssystem
Völuspá und Grímnismál nennen den Baum, Quellen und verschiedene Wesen, setzen aber unterschiedliche Akzente. Snorri ordnet dieses Material systematischer. Moderne Schaubilder vermischen diese Aussagen häufig zu einer Geografie, die kein einzelner mittelalterlicher Text vollständig liefert.
Archäologische Perspektiven
Weltenbaum, Mittelerde, Umfriedung und Wege können als Bilder für Nähe, Ferne, Ordnung und Gefahr gelesen werden. Archäologische Motive von Bäumen oder Achsen sind vergleichbar, aber selten beschriftet; eine direkte Gleichsetzung mit Yggdrasill bleibt deshalb eine begründete Interpretation.