Als die Götter Fenrir mit Gleipnir binden wollen, fordert der misstrauische Wolf eine Hand als Pfand. Nur Týr legt seine rechte Hand in Fenrirs Maul und verliert sie, als das Versprechen gebrochen wird.
Die Szene verbindet Mut mit einem rechtlich problematischen Eidbruch. Týr garantiert das Abkommen und bezahlt für den Vorteil der Gemeinschaft. Moderne Kurzformeln wie „Gott der Gerechtigkeit“ glätten diese Spannung.
Sein Name geht auf eine alte indogermanische Gottesbezeichnung zurück und lebt in Wochentagsnamen fort. Während Týr sprachgeschichtlich sehr alt ist, nimmt er in den erhaltenen nordischen Mythen weniger Raum ein als Óðinn oder Þórr.
Ortsnamen und die T-Rune liefern weitere Spuren, aber keine vollständige Kultordnung. Aussagen über feste Priesterschaften oder überall gleiche Zuständigkeiten gehen über die Quellen hinaus.