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Ragnarök – Untergang und Neubeginn

Ragnarök ist kein einzelner festgeschriebener Weltuntergang, sondern ein Geflecht verwandter Dichtungen.

Historisch belegt

Vǫluspá erzählt von zerbrechender Ordnung, entfesselten Gegnern, dem Tod großer Götter und einer Welt in Feuer und Wasser. Danach steigt eine erneuerte Erde empor; Überleben und Wiederkehr gehören ebenso zum Gedicht wie Zerstörung.

Snorris Prosa-Edda ordnet verstreute poetische Motive zu einer zusammenhängenden Folge. Diese Fassung prägt moderne Nacherzählungen, ist aber eine mittelalterliche Synthese und nicht automatisch der einheitliche Glaube aller Menschen der Wikingerzeit.

Fenrir, die Midgardschlange, Surtr und Loki treten gegen die Götter an. Die Konflikte sind bereits in früheren Mythen vorbereitet: Bindungen werden brechen, alte Täuschungen fordern ihren Preis und selbst göttliche Ordnung ist endlich.

Christliche Bilder eines Weltendes können die schriftliche Fassung beeinflusst haben. Ebenso besitzt das Motiv ältere nordische Wurzeln. Statt nur eine Herkunft zu behaupten, untersucht die Forschung, wie mündliche Tradition und christliche Schreibkultur zusammenwirkten.