Loki bewegt sich zwischen Göttern, Riesen und Tiergestalten. Er verursacht Krisen, löst mehrere davon aber auch durch List. Diese wechselnde Funktion macht ihn zur literarisch beweglichsten Figur der Überlieferung.
Er ist Vater von Fenrir, der Midgardschlange und Hel sowie – nach seiner Verwandlung in eine Stute – Mutter von Sleipnir. Solche Grenzüberschreitungen betreffen Körper, Geschlecht, Verwandtschaft und soziale Ordnung.
In Lokasenna greift Loki die Götter mit Vorwürfen und Enthüllungen an; beim Tod Baldrs wird seine Schuld je nach Quelle unterschiedlich erzählt. In Ragnarök kämpft er schließlich gegen die Götter.
Ein sicherer wikingerzeitlicher Lokikult ist nicht nachweisbar. Das Bild als verehrter Trickster oder nordischer Satan stammt daher stärker aus modernen Systematisierungen als aus eindeutigen Kultbelegen.