Vorchristliche Religion besaß kein überall verbindliches Glaubensbekenntnis. Beziehungen zu Göttern, Ahnen und anderen Mächten wurden durch Handlungen gepflegt: Gaben, gemeinsames Essen, Trinken, Gelübde und wiederkehrende Feste.
Blót bezeichnet Opferhandlungen, bei denen Tiere, Nahrung, Getränke, Gegenstände und möglicherweise Menschen dargebracht wurden. Art und Ausmaß unterschieden sich; dramatische Berichte christlicher Autoren müssen mit Archäologie und Entstehungskontext verglichen werden.
Rituale fanden in Hallen, an besonderen Landschaftsorten und vermutlich in eigens genutzten Gebäuden statt. Ortsnamen, deponierte Gegenstände, Tierknochen und bauliche Spuren ergeben zusammen ein unvollständiges, regional vielfältiges Bild.
Politik und Religion waren nicht getrennte Bereiche. Wer ein Fest ausrichtete und Opfer verteilte, zeigte Großzügigkeit, verband Gemeinschaften und bestätigte Macht. Persönliche Hausrituale existierten neben großen, von Eliten getragenen Feiern.