Das altnordische Wort galdr gehört zum Feld des Singens und Rufens. Literarische Quellen schildern Formeln, Schutzgesänge und Wissen, das durch Stimme und Vers wirksam wird.
Konkrete Melodien oder vollständige Aufführungsanweisungen sind nicht überliefert. Metrum, Wiederholung und Benennung können wichtig gewesen sein, doch moderne Klangrekonstruktionen bleiben spekulativ.
Runen und Galdr treten in manchen Texten gemeinsam auf, sind aber nicht dasselbe. Eine eingeritzte Inschrift, ein Runenname und ein gesungener Zauber müssen quellenkritisch unterschieden werden.