Ein gebogener Eisenstab, Miniaturstuhl oder Beutel mit ungewöhnlichem Inhalt kann mehrere Erklärungen besitzen. Archäologie prüft Lage im Grab, Kombination mit anderen Dingen, Abnutzung, Vergleichsfunde und spätere Veränderungen.
Wohlhabende Frauengräber mit Stäben werden überzeugend mit Völur verbunden, doch die Identifikation bleibt eine Interpretation. Grabbeigaben zeigen eine inszenierte Bestattung und nicht zwangsläufig den vollständigen Alltag der bestatteten Person.
Auch Schutzhandlungen hinterlassen Spuren als Anordnung und Sequenz. Für das Oseberggrab wurde etwa untersucht, ob geschnitzte Tierköpfe und Rasseln Teil eines wiederholten Abwehrrituals waren. Der Vorschlag ist begründet, aber nicht alternativlos.
Die Bezeichnung „rituell“ darf keine Restekiste für alles Unerklärte sein. Eine gute Deutung nennt ihre Kriterien, konkurrierende Erklärungen und den Grad der Unsicherheit.